Wellenarten bei Wellpappe – Aufbau, Maße und Verwendung
Wellpappe ist nicht gleich Wellpappe. Abhängig von Wellenhöhe, Wellenteilung, Anzahl der Papierlagen und verwendeten Rohpapieren entstehen unterschiedliche Wellpappenarten. Sie unterscheiden sich unter anderem in ihrer Stabilität, Polsterwirkung, Bedruckbarkeit und Belastbarkeit.
Zu den bekanntesten Wellenarten gehören die B-Welle, C-Welle und E-Welle. Für besonders stabile Versandkartons werden häufig zwei Wellenprofile miteinander kombiniert, beispielsweise zur BC-Welle oder EB-Welle.
Wie wird die Wellenart bestimmt?
Die gewellte Papierbahn im Inneren der Wellpappe besitzt ein annähernd sinusförmiges Profil. Für die Einteilung einer Wellenart sind zwei Maße entscheidend:
- Wellenhöhe (h): Abstand zwischen Wellental und Wellenspitze
- Wellenteilung (t): Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Wellenspitzen
Je größer Wellenhöhe und Wellenteilung sind, desto gröber ist das Wellenprofil. Grobe Wellen bieten in der Regel eine gute Polsterwirkung. Feinere Wellen ergeben eine gleichmäßigere Oberfläche und lassen sich häufig besser bedrucken und verarbeiten.
Wellenhöhe und Wellenteilung bestimmen das Profil der Wellpappe.
Aufbau der verschiedenen Wellpappenarten
Neben dem Wellenprofil spielt die Anzahl der Papier- und Wellenbahnen eine wichtige Rolle. Man unterscheidet zwischen einseitig beklebter, einwelliger, zweiwelliger und dreiwelliger Wellpappe.
Einseitig beklebte Wellpappe
Einseitig beklebte Wellpappe ist die einfachste Ausführung. Sie besteht aus einer gewellten Papierbahn, die mit einer glatten Papierbahn verklebt wird. Die Welle bleibt auf einer Seite offen.
Diese flexible Wellpappenart wird beispielsweise als Rollenwellpappe, Zwischenlage oder zusätzlicher Oberflächenschutz eingesetzt.
Einseitig beklebte Wellpappe mit einer offenen Wellenbahn.
Einwellige Wellpappe
Einwellige Wellpappe besteht aus einer gewellten Papierbahn, die zwischen zwei glatten Deckbahnen verklebt wird. Insgesamt werden somit drei Papierbahnen verwendet.
Einwellige Kartons eignen sich für leichte bis mittelschwere Produkte und gehören zu den am häufigsten eingesetzten Versandverpackungen.
Einwellige Wellpappe besteht aus einer Wellenbahn und zwei glatten Deckbahnen.
Zweiwellige Wellpappe
Zweiwellige Wellpappe besitzt zwei gewellte Papierbahnen, die durch eine Zwischenbahn voneinander getrennt sind. Zwei äußere Deckbahnen schließen den Aufbau ab. Insgesamt besteht die Konstruktion aus fünf Papierbahnen.
Häufig werden zwei unterschiedliche Wellenprofile kombiniert. Typische Kombinationen sind BC-Welle, EB-Welle oder EE-Welle. Zweiwellige Kartons werden für schwerere, empfindliche oder stark beanspruchte Versandgüter eingesetzt.
Zweiwellige Wellpappe bietet eine erhöhte Stabilität und Polsterwirkung.
Dreiwellige Wellpappe
Dreiwellige Wellpappe besteht aus drei gewellten und vier glatten Papierbahnen. Sie wird hauptsächlich für besonders schwere Güter, Exportverpackungen und anspruchsvolle industrielle Anwendungen verwendet.
Durch die Kombination mehrerer Wellenprofile entsteht eine sehr widerstandsfähige Verpackungskonstruktion.
Dreiwellige Wellpappe wird für besonders hohe Belastungen eingesetzt.
Die wichtigsten Wellenarten im Überblick
Die Maßbereiche können produktionsbedingt geringfügig variieren. Für die Einordnung müssen Wellenhöhe und Wellenteilung gemeinsam betrachtet werden.
| Wellenart | Bezeichnung | Wellenteilung (t) | Wellenhöhe (h) | Typische Eigenschaften |
|---|---|---|---|---|
| A-Welle | Grobwelle | 7,9–10,0 mm | 4,0–5,0 mm | Gute Polsterung und hohe Federwirkung |
| C-Welle | Mittelwelle | 6,5–7,9 mm | 3,1–4,0 mm | Ausgewogenes Verhältnis aus Schutz und Stabilität |
| B-Welle | Feinwelle | 4,8–6,5 mm | 2,2–3,1 mm | Gute Bedruckbarkeit und hohe Formgenauigkeit |
| D-Welle | Feinwelle | 3,5–4,8 mm | 1,9–2,2 mm | Kompakte Oberfläche bei guter Stabilität |
| E-Welle | Feinst- oder Mikrowelle | 2,6–3,5 mm | 1,0–1,9 mm | Glatte Oberfläche für kleine Verpackungen |
| F-Welle | Miniwelle | 1,8–2,6 mm | 0,6–1,0 mm | Sehr feines Profil für Verkaufsverpackungen |
| G-Welle | Miniwelle | bis 1,8 mm | unter 0,6 mm | Besonders dünne und gut bedruckbare Wellpappe |
| K-Welle | besonders grobe Welle | über 10,0 mm | mindestens 5,0 mm | Hohe Polsterwirkung für spezielle Anwendungen |
Die in Deutschland besonders verbreiteten Wellenprofile sind B-, C- und E-Welle sowie Kombinationen daraus.
Eigenschaften der häufigsten Wellenprofile
B-Welle: stabil und gut bedruckbar
Die B-Welle zählt zu den Feinwellen. Durch ihre vergleichsweise geringe Wellenhöhe besitzt sie eine ebene Oberfläche und lässt sich gut bedrucken und weiterverarbeiten.
Sie wird häufig für Versandkartons, Automatikkartons und maßgenaue Verpackungen für leichte bis mittelschwere Produkte verwendet.
C-Welle: vielseitig einsetzbare Mittelwelle
Die C-Welle ist höher als die B-Welle und bietet eine stärkere Polsterwirkung. Sie eignet sich für zahlreiche Transport- und Versandverpackungen und kann auch empfindliche Produkte gut vor Stößen schützen.
E-Welle: fein und platzsparend
Die E-Welle gehört zu den Mikrowellen. Aufgrund ihres flachen Aufbaus benötigt sie wenig Platz und bietet eine besonders gleichmäßige Oberfläche.
Sie wird häufig für kleinere Versandkartons, Maxibriefkartons, Produktverpackungen und hochwertig bedruckte Verpackungen eingesetzt.
A-Welle: hohe Polsterwirkung
Die A-Welle besitzt ein grobes und hohes Wellenprofil. Dadurch bietet sie eine gute Feder- und Polsterwirkung. Als alleinige Wellenart ist sie heute weniger verbreitet, kann aber für empfindliche Waren und in mehrwelligen Kombinationen sinnvoll sein.
Mehrwellige Kombinationen
Bei zwei- oder dreiwelliger Wellpappe können unterschiedliche Wellenarten kombiniert werden. So lassen sich die jeweiligen Vorteile der Profile miteinander verbinden.
BC-Welle
Die BC-Welle kombiniert eine B-Welle mit einer C-Welle. Sie besitzt eine hohe Stabilität und eine gute Polsterwirkung. BC-Wellpappe wird häufig für schwere Waren, größere Versandkartons und anspruchsvolle Transportverpackungen verwendet.
EB-Welle
Die EB-Welle verbindet die feine Oberfläche der E-Welle mit der höheren Stabilität der B-Welle. Sie eignet sich für hochwertige Versand- und Produktverpackungen, bei denen sowohl Belastbarkeit als auch eine gute Bedruckbarkeit wichtig sind.
EE-Welle
Die EE-Welle besteht aus zwei flachen E-Wellen. Sie bietet mehr Stabilität als eine einzelne E-Welle, bleibt dabei aber vergleichsweise dünn. Typische Anwendungen sind kompakte Versandverpackungen und kleinere Produktverpackungen.
Wellenart und Wellpappensorte sind nicht dasselbe
Die Wellenart beschreibt die geometrische Form und Größe der Welle. Angaben wie B-Welle, C-Welle oder E-Welle sagen daher zunächst etwas über Wellenhöhe und Wellenteilung aus.
Die Wellpappensorte beschreibt dagegen die geprüfte Leistungsfähigkeit des Materials. Bezeichnungen wie 1.20, 1.30 oder 2.30 beziehen sich auf Qualitätsklassen nach VDW-Standard beziehungsweise DIN 55468-1:
- Die erste Ziffer kennzeichnet einwellige oder mehrwellige Wellpappe.
- Die nachfolgenden Ziffern stehen für eine bestimmte Festigkeitsklasse.
- Bewertet werden unter anderem Kantenstauchwiderstand, Berstfestigkeit und Durchstoßarbeit.
Zwei Kartons mit derselben Wellenart können deshalb unterschiedliche Belastbarkeiten besitzen, wenn verschiedene Rohpapiere oder Wellpappensorten eingesetzt werden.
Welche Wellenart eignet sich für welchen Karton?
Die richtige Auswahl hängt vor allem von Gewicht, Größe, Empfindlichkeit und Versandweg des Produkts ab:
- Leichte und kleine Produkte: häufig E- oder B-Welle
- Klassische Versandgüter: häufig B- oder C-Welle
- Schwere oder empfindliche Waren: häufig BC- oder EB-Welle
- Sehr schwere Industriegüter: mehrwellige oder dreiwellige Wellpappe
- Hochwertig bedruckte Verpackungen: feine Wellen wie E-, F- oder G-Welle
Die Wellenart allein entscheidet jedoch nicht über die Qualität eines Kartons. Ebenso wichtig sind die verwendeten Papiere, die Wellpappensorte, die Kartonkonstruktion und eine zum Produkt passende Größe.
Häufige Fragen zu Wellenarten
Welche Wellenart ist besonders stabil?
Für schwere Versandgüter wird häufig zweiwellige Wellpappe eingesetzt, beispielsweise eine BC-Welle. Die tatsächliche Belastbarkeit hängt aber auch von den Rohpapieren, der Wellpappensorte und der Konstruktion des Kartons ab.
Was ist der Unterschied zwischen B-Welle und C-Welle?
Die B-Welle ist flacher und besitzt eine gleichmäßigere Oberfläche. Die C-Welle ist höher und bietet normalerweise eine stärkere Polsterwirkung. Beide Profile werden häufig für Versandkartons verwendet.
Was bedeutet BC-Welle?
BC-Welle bezeichnet eine zweiwellige Wellpappe aus einer B- und einer C-Welle. Diese Kombination verbindet eine gute Oberflächenstabilität mit einer erhöhten Polster- und Tragwirkung.
Ist zweiwellige Wellpappe immer besser?
Nicht unbedingt. Für leichte Waren kann ein einwelliger Karton wirtschaftlicher und vollkommen ausreichend sein. Zweiwellige Kartons sind vor allem bei schweren, empfindlichen oder stark beanspruchten Produkten sinnvoll.